Kompetenzbereich Prostata­diagnostik

Früherkennung erhöht die Heilungschancen des häufigsten bösartigen Tumors beim Mann. 

Kompetenzbereich Prostata: Früherkennung kann Leben retten

Mit jährlich 75.000 Neuerkrankungen ist das Prostatakarzinom der häufigste bösartige Tumor beim Mann, dabei ist die Prognose bei der Mehrzahl der Fälle glücklicherweise gut – vor allem wenn der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt wird. Deshalb ist es wichtig, vor allem aggressive Karzinome rechtzeitig zu finden.

Die multiparametrische Prostata-MRT (mpMRT) ist den bisher üblichen Vorgehensweisen aus PSA-Testung, Tastbefund und ungezielter Biopsie allein deutlich überlegen und hat inzwischen einen anerkannt hohen Stellenwert bei Vorsorge, Therapieentscheidung und Nachsorge des Prostatakarzinoms.
 

Multimodale Bildgebung und multiparametrische Untersuchung mit der MRT

Präzisere Diagnosen durch Methodenkombination: die MRT bietet durch die multimodale Bildgebung höhere diagnostische Sicherheit: Exakte Darstellung der Anatomie, Perfusion und die Diffusionsbildgebung liefern genaue Informationen über den Ort und die Ausbreitung eines möglichen Tumors, ohne in den Körper eingreifen zu müssen.

Erhöhte Trefferquote

Die Prostata-MRT bietet eine diagnostische Sicherheit zum Nachweis oder Ausschluss eines Tumors von ca. 85-90% und ist gegenüber herkömmlichen Untersuchungen mit PSA, Tastbefund und ungezielter Biopsie die sicherere Wahl. 

Ebenso können die Ergebnisse einer MRT-Untersuchung Ihrem behandelnden Urologen bei einer gegebenenfalls erforderlichen Gewebeprobe (=Biopsie) äußerst hilfreich sein – die multiparametrische MRT erhöht hier die Trefferquote erheblich. Dies gilt insbesondere, wenn die MRT-Bilder für eine sog. Fusionsbiopsie genutzt werden.

Kompetenzzentrum für Prostatadiagnostik: Wissen und Erfahrung unserer Experten konzentriert

Wir sind seit über 15 Jahren auf die Prostatadiagnostik spezialisiert und untersuchen jährlich mehr als 4000 Patienten mit der mpMRT der Prostata.
Die Untersuchungen erfolgen vor allem an unseren modernen, zertifizierten  1,5 und 3-Tesla MRT Highend-Geräten in der Münchner Lucile-Grahn-Straße, in Rosenheim, in Starnberg, in Gmund am Tegernsee sowie in Augsburg

Unsere auf dem Gebiet der Prostata-MRT langjährig erfahrenen und zertifizierten Experten nehmen sich Zeit, um mit Ihnen den Untersuchungsablauf und das Untersuchungsergebnis zu besprechen. Eine Zweitbefundung ist bei uns selbstverständlich.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Unsere modernen hochauflösenden, zertifizierten Magnetresonanztomographen erstellen detaillierte Aufnahmen der Prostata und bilden auch umgebende Strukturen wie die Samenblasen und den Beckenboden präzise ab. 

Um die Durchblutung der Prostata darzustellen sowie Lymphknoten und andere Strukturen besser differenzieren zu können, wird ein gut verträgliches Kontrastmittel (Gadolinium) über eine Armvene verabreicht. Informieren Sie uns bitte, wenn bei Ihnen eine entsprechende Allergie oder eine Funktionsstörung der Niere vorliegt. 

Die gesamte Untersuchung wird ohne Verwendung einer in den Darm eingebrachten Spule bequem im Liegen durchgeführt und dauert etwa 20-25 Minuten. Bei der Untersuchung sollte die Harnblase möglichst leer sein.

Da die MRT der Prostata empfindlich auf Luft- und Stuhlfüllung reagiert, bitten wir Sie, ab dem Tag vor der Untersuchung auf blähende Speisen (z.B. Bohnen, Sauerkraut, Zwiebeln) zu verzichten und am Untersuchungstag zudem nur leichte Kost zu sich zu nehmen sowie den Darm am Untersuchungstag schon zu Hause zu leeren. Wir werden Sie dann unmittelbar vor der Untersuchung noch einmal zur Entleerung des Darmes und der Blase auffordern.

Wichtig: eine MRT-Untersuchung der Prostata sollte – falls möglich – nicht in den ersten 6 Wochen nach einer Prostatabiopsie durchgeführt werden.

Weiterführende Informationen zur Prostata MRT

Im Folgenden finden Sie weiterführende wichtige Informationen zur Indikation der MRT im Rahmen der Vorsorge und im Falle eines Verdachts auf Prostatakrebs, zur praktischen Durchführung der Untersuchung sowie zu Kosten und Kostenübernahme durch die Krankenkassen.

Indikationen: Abklärung eines erhöhten PSA-Wertes

Das Prostatakarzinom macht in frühen Stadien zumeist keine auffälligen Symptome.

Die bisher ab dem 50. Lebensjahr empfohlene Tastuntersuchung der Prostata ist leider nicht sehr zuverlässig und mittlerweile auch nicht mehr offiziell empfohlen. In der aktuellen Fassung der Leitlinie zum Prostatakarzinom wird daher jetzt neu eine PSA-Wert Bestimmung bereits zum 45. Lebensjahr empfohlen (Basiswert), die dann den Abstand zu den weiter empfohlenen Laborkontrollen regelt.

Ab einem PSA-Wert von 3,0 ng/ml sollte – nach urologischer Begutachtung und Einschätzung – zum Ausschluss eines Karzinoms eine MRT der Prostata erfolgen.

Der Grund: Rund 30 % der über 50-jährigen Männer und bis zu 70% der über 80-jährigen mit erhöhtem PSA-Wert haben ein symptomloses Karzinom der Prostata – oft versteckt zwischen gutartigen Knoten. Der PSA-Wert ist jedoch in über der Hälfte der Fälle durch gutartige und harmlose Erkrankungen der Prostata erhöht.

Bei der Diagnose von Prostatakrebs ist die Kernspintomographie anderen bildgebenden Verfahren deutlich überlegen. Durch die Möglichkeit der funktionellen MRT-Diagnostik ist sie das derzeit beste bildgebende Verfahren zur Darstellung der Prostata und liefert wichtige Hinweise auf den genauen Ort und die Ausbreitung eines Tumors sowie dessen Aggressivität – ohne in den Körper eingreifen zu müssen. 

Verdächtige Areale können durch die MRT schon vor einer geplanten Biopsie (Gewebeentnahme) identifiziert werden und die Wahrscheinlichkeit, den Tumor auch zu treffen, steigt erheblich an. Die bei der MRT-Untersuchung gewonnenen Bilddaten können im Falle einer notwendigen Biopsie dafür direkt auf die Ultraschallbilder des Urologen übertragen werden und so den (sonographisch meist unsichtbaren) Tumor für die Biopsie markieren (sog. MRT-Fusionsbiopsie).

Umgekehrt gilt: bei fehlendem Tumornachweis in der Prostata-MRT kann die Untersuchung helfen, unnötige diagnostische und therapeutische Eingriffe zu verhindern. Denn ein unauffälliges MRT schließt ein aggressives Tumorwachstum zu 85-90 % aus. 

Verdächtige Areale in der Prostata müssen zur genauen Einordnung und zur Sicherung der Diagnose biopsiert werden. Die MRT-Fusionsbiopsie ist dabei ein neuartiges Verfahren, bei dem durch Kombination von MRT-Bild mit der Sonographie während der Biopsie gerade kleine und ungünstig gelegene Tumorherde mit deutlich höherer Sicherheit (bis zu 85 %) getroffen werden können (gegenüber ca. 30-40 % bei der ungezielten „Blindbiopsie“).

Eine Fusionsbiopsie besteht aus 4 Schritten:

  1. MRT der Prostata
  2. Markieren des tumorverdächtigen Areals 
  3. Überlagern des Ultraschallbildes mit dem markierten MRT-Bild (Fusion)
  4. Gezielte Gewebeentnahme durch den Urologen

Für gute Ergebnisse bei der Fusionsbiopsie ist langjährige Erfahrung sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Radiologen und Urologen notwendig.

Wenn ein Tumor (auch in der Biopsie) nachgewiesen wurde, kann die MRT wertvolle Informationen für die weitere Therapieplanung liefern: ob z.B. eine Operation oder eine Bestrahlung sinnvoller ist oder ob noch abgewartet werden kann (sog. Active Surveillance). Denn nicht jeder Tumor wächst so aggressiv, dass eine unmittelbare Therapie zwingend erforderlich ist.

Die Sicherheit für Patienten wird durch die MRT der Prostata im Rahmen der Active Surveillance ganz erheblich verbessert, da durch regelmäßige MRT-Kontrollen ein aggressives Tumorwachstum bereits frühzeitig erkannt werden kann.

Da die Kernspintomographie keine Röntgenstrahlen einsetzt, eignet sie sich zudem hervorragend für Verlaufskontrollen bei unklaren Befunden. Bei der Suche nach einem sog. Lokalrezidiv (erneuter PSA-Anstieg nach Therapie als Hinweis auf ein neuerliches Tumorwachstum) ist dagegen eine Untersuchung mittels PSMA-PET/CT vorzuziehen. 

1. Hochauflösende Bildgebung

Hochauflösende MRT-Bilder der Prostata und der Umgebung zeigen die exakte Anatomie sowie verdächtige Areale (Pfeil in Bild 1: kleines Prostatakarzinom). 

2. Diffusionsbildgebung (DWI)

Eine weitere Innovation der Prostatabildgebung, die wir in unserer Praxis anbieten, ist die sogenannte Diffusionsbildgebung (Bild 2): Dabei wird die Diffusion (Bewegung) von Wassermolekülen untersucht und graphisch dargestellt. Insbesondere aggressive Prostatakarzinome können so leichter entdeckt werden, da bei diesen die Wasserdiffusion durch die erhöhte Zelldichte im Tumor eingeschränkt ist. 

3. Perfusionsbildgebung (Dynamische MRT)

Bei der Perfusionsuntersuchung wird das Kontrastmittelverhalten in der Prostata im zeitlichen Verlauf als Indikator für die Durchblutung untersucht. Tumore benötigen zum Wachstum Nährstoffe und sind daher in der Regel vermehrt durchblutet, dadurch unterscheiden sie sich von normalem Prostatagewebe. 

1. Gewebeprobe:

Wenn bei der MRT-Untersuchung ein tumorverdächtiger Bezirk gefunden wurde, sollte dieser weiter abgeklärt werden. Das MRT hilft dabei, im auffälligen Areal eine gezielte Gewebeprobe (=Biopsie) durchzuführen. Dazu wird der MRT-Datensatz vom Urologen bei der sonographisch gesteuerten Gewebeentnahme verwendet (=Fusionsbiopsie)

2. Abklärung des übrigen Körpers (Staging)

Wenn ein Tumor in der Gewebeprobe (=Histologie) nachgewiesen wurde, ist die weiterführende Abklärung des restlichen Körpers notwendig, um die weitere Therapiestrategie individuell planen zu können.
Dazu sind in der Regel eine Untersuchung im CT und eine Sklettszintigraphie erforderlich. Bei fortgeschritteneren bzw. aggressiveren Tumoren (PSA >20 ng/ml, Gleason Score ab 7b, Kapselüberschreitung) sollte dagegen eine Untersuchung mittels PSMA-PET/CT erfolgen.

3. Therapieentscheidung

Erst wenn alle wichtigen Informationen zum Tumor (Größe, Aggressivität) und einer möglichen Ausbreitung im Körper vorliegen, kann von Ihrem Urologen gemeinsam mit Ihnen eine Entscheidung zur Therapie gefällt werden (z.B. Operation, Bestrahlung, abwartendes Verhalten (active Surveillance)). 

Private Krankenversicherungen erstatten die Kosten der Vorsorgeuntersuchung meist in voller Höhe.

Die MRT der Prostata ist bisher keine grundsätzliche Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung – aber einige Krankenkassen übernehmen die Kosten im Rahmen eines Selektivvertrages. Eine Liste der teilnehmenden Kassen finden Sie hier. Alternativ können gesetzlich versicherte Patienten die MRT der Prostata als Selbstzahler-Leistung in Anspruch nehmen oder einen individuellen Kostenübernahmeantrag an ihre gesetzliche Krankenversicherung stellen um somit im Einzelfall eine (Teil-)Erstattung zu erwirken.

Wir sind für Sie da.

Unsere Experten stehen Ihnen im Kompetenzbereich für Prostatadiagnostik gerne für Fragen mit ausführlicher und umfassender Beratung, genauen Untersuchungen und präzisen Diagnosen zur Verfügung. 

Profitieren Sie von unserer langjährigen Expertise in der Prostatadiagnostik: wir führen jährlich über 4000 MRT-Untersuchungen der Prostata durch und unterstützen die Urologie bei der Fusionsbiopsie.

Wir bieten Ihnen auf Wunsch auch eine Zweitbefundung bzw. Zweitmeinung an.

Terminvergabe und Kontakt

Unser Empfangsteam hilft Ihnen bei allen oorganisatorischen Fragen schnell weiter. Gerne beantworten wir auch Ihre medizinischen Fragen – vor und nach Untersuchung.

Setzen Sie sich mit uns in Verbindung: per Telefon, über die Online-Terminvereinbarung oder für Fragen über unser Kontaktformular.

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